You look fresh!
- Einblick
- Ereignis
Sonja teilt ihre Gedanken und Eindrücke des diesjährigen Accessibility Club Summit 2026 in Würburg. Eine zweitägige Veranstaltung rund um digitale Barrierefreiheit — mit Barcamp, Workshops und viel Raum für Austausch.
An diesem Wochenende findet das Accessibility Club Summit 2026 statt. Das vierte seiner Art und bereits das zweite in Würzburg — natürlich wieder kollaborativ organisiert von Meetups aus ganz Europa, bestehend aus einem BarCamp- und einem Workshop-Tag.
2024 habe ich das Summit bereits mit einem persönlichen Reisebericht begleitet. Zum 10-jährigen Jubiläum ging es damals nach Amsterdam.
Auch wenn sich Orte ändern, es bleibt diese besondere Mischung aus Fachlichkeit und Gemeinschaft. Ich möchte euch erneut auf unsere kleine Reise mitnehmen und Eindrücke, Bilder und Gedanken mit euch teilen.

An der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) findet dieses Jahr wieder das Accessibility Club Summit statt.
Vorbereitungen
Die letzten Wochen vor dem Summit stehen natürlich ganz im Zeichen der Vorbereitung. Vorträge kuratieren, wöchentliche Abstimmungen mit den Volunteers, Informationen über sämtliche Kanäle teilen, Newsletter verschicken, Lanyards und Sticker bestellen — all das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was hinter den Kulissen passiert. Je näher das Summit rückt, desto länger werden die Abende.
Aus der Ferne kann ich nur begrenzt beitragen. Nicht nur deshalb frage ich am letzten Abend vor der Abreise äußerst vorsichtig, ob denn alles im Lot sei. Die Antwort von Joschi kommt überraschend entspannt: „Ich sitze natürlich noch über den Vorbereitungen, aber noch ist keine Panik ausgebrochen.“
Na, das klingt doch gut. Da bleibt mir nur, gute Nerven und einen stabilen Blutdruck zu wünschen, meinen Rucksack für die Reise zu packen — und auf geht's.
Anreise und Ankunft
Während das Team in Nürnberg vermutlich gerade alles, was ein Summit braucht, in der Tollwerkstatt stapelt, sitze ich im Zug von Hamburg nach Würzburg. Ziel: rechtzeitig zum Aufbau an der Hochschule sein.
Bis wir uns jedoch alle dort versammeln, wird es später als geplant. Joschi und Nora starten aufgrund kurzfristiger Improvisation bei den Color-Badges verspätet aus Nürnberg. Klassische Eventrealität. Außerdem erreicht mich die Nachricht, dass bei Marc ebenfalls nicht alles rund läuft. Auf der Autobahn hält ihn eine ohne erkennbaren Grund gerissene Windschutzscheibe auf. Dinge, die man kurz vor Veranstaltungsbeginn nicht wirklich braucht. Nach Rücksprache mit den zuständigen Fachleuten darf er jedoch weiterfahren. Erleichterung.
Marc, Veranstalter unserer Lieblingskonferenz beyond tellerrand, unterstützte uns schon 2025 mit der Technik — ohne ihn hätten wir ein echtes Problem.
Als wir gegen 15:30 Uhr aus verschiedenen Himmelsrichtungen eintreffen, beginnt unsere Arbeit mit einem Gang zum Supermarkt. Die richtige Wahl der Kaltgetränke sorgt für einen entspannten Start.

Zusammen mit Marc und Joschi kümmert sich Jakob um die Technik.
Am Nachmittag gehen alle ihren Aufgaben nach. Eigentlich hofften wir, dass die Technik in diesem Jahr von den Erfahrungen und Learnings aus 2025 profitieren würde. Dennoch müssen Nora, Nadja und ich die drei Veranstaltungstechniker am frühen Abend bei einem noch nicht abgeschlossenen Set-Up zurücklassen. Nach getaner Arbeit machen wir uns erst einmal allein auf den Weg in die Stadt.
Zuvor teilen wir jedoch in unserem Netzwerk für alle, die bereits angereist sind und Lust haben, einen Ort für ein gemeinsames Abendessen. So entsteht schnell ein erstes informelles Summit-Warm-up. Nach und nach füllt sich die lange Tafel eines vorzüglichen vietnamesischen Restaurants. Wiedersehen werden gefeiert, neue Gesichter begrüßt und etwa 15 bis 20 Menschen stimmen sich langsam auf das Wochenende ein. Gegen 22 Uhr stößt auch die Technik-Crew dazu.
BarCamp-Tag
Der Wecker sollte heute früh klingeln. Doch für die letzten Vorbereitungen vor Beginn des Summits falle ich leider aus. Ich fühle mich an diesem Morgen nicht gut. Als ich später an der Hochschule eintreffe, ist eine gewisse Nervosität spürbar, aber es scheint soweit alles gut zu funktionieren. Wir starten pünktlich, und Joschi eröffnet mit sichtlicher Vorfreude das Summit.
Wie es sich für ein BarCamp gehört, entsteht das Programm anschließend gemeinsam mit den Teilnehmenden. Alle sind gespannt, als Tobias das Mikrofon durch die Reihen reicht. Joschi heftet die eingebrachten Vorschläge an das große, weiße Board. Es füllt sich Stück für Stück. Schnell habe ich Favoriten — sowohl bei vorbereiteten Vorträgen als auch bei den von der Community eingebrachten Sessions. Doch meine Planung hält nicht lange.

Vor Ort und gemeinsam mit den Teilnehmenden — niemand weiß vorher, wie sich das Programm entwickelt.
Nach dem ersten Vortrag merke ich, dass ich heute nicht fit bin und ziehe mich daher in einen Raum der Studierendenvertretung zurück. Der Raum ist abgedunkelt, nur durch die Jalousien dringt etwas Sonnenlicht. Zur Mittagszeit höre ich, wie Joschi draußen alle zum Gruppenfoto zusammentrommelt. Im Geiste bin ich dabei und gleichzeitig sehr dankbar, einfach liegen zu können.
Erst am frühen Nachmittag geht es mir besser. Ich höre noch einen Vortrag und zwei Sessions und komme wieder etwas entspannter ins Gespräch. Der Tag war eigentlich anders geplant — aber immerhin.
Der Abend
Den Abend lassen wir in unterschiedlichen Formationen und Intensitäten ausklingen. Für ein paar von uns soll er mit einem Brückenschoppen starten. Doch beim Versuch, gemeinsam mit der Tram zur Alten Mainbrücke zu fahren, wird die Gruppe jäh gespalten.
Marc schafft es nicht rechtzeitig, ein Ticket zu kaufen und fragt den Fahrer beim Einsteigen freundlich, ob dies auch noch in der Bahn möglich sei. Die Gruppe am Automat sei zu groß gewesen. Der Fahrer verneint. Auch bei der Frage, ob er noch schnell die App installieren dürfe, um ein Ticket zu erwerben, bleibt er ausweichend. Schließlich hört Marc von hinten die Stimme einer uniformierten Person, die ihn anweist, auszusteigen, sich am Automaten ein Ticket zu besorgen und die nächste Tram zu nehmen.
Marc steigt also wieder aus. Wir anderen befinden uns weiter hinten in der Bahn und können gar nicht so schnell verarbeiten, was gerade passiert — und da ist die Tram auch schon wieder unterwegs. Sichtlich irritiert von der Reaktion des Uniformierten bleibt uns nichts übrig, als schon einmal vorzufahren.
Bis wir den Schoppen in der Hand halten, sind wir jedoch wieder vereint. In sonnigem Abendlicht und bei frühlingshaften Temperaturen stoßen wir auf den ersten Tag des Summit an. Anschließend geht es in unterschiedlicher Besetzung ins Restaurant, in eine gut gefüllte Bar und für zwei von uns zu später Stunde auf ein finales Getränk von der Tanke auf den Balkon des Hotelzimmers.

Entspannt lassen wir den Tag in der Abendsonne ausklingen.
Der Workshop-Tag
Entsprechend der Abendgestaltung fällt die Konstitution unseres Teams und unserer Summit-Freundinnen und -Freunde am Morgen im Hotel recht unterschiedlich aus. Alle sind jedoch frohgemut und wer eine kurze Nacht hatte, dem oder der scheint man es nicht anzusehen. Zumindest fällt beim Frühstück auffallend häufig den Satz You look fresh!
Bevor allerdings der eigentliche Workshop-Tag starten kann, meldet sich ein alter Bekannter zurück: der Würzburger Nahverkehr.
Wie schon im letzten Jahr sorgen Einschränkungen und Umleitungen aufgrund des Halbmarathons für Herausforderungen. In unseren Kanälen lese ich, dass Teilnehmende Schwierigkeiten haben, zur Hochschule zu gelangen.
Ich selbst muss heute zurück nach Hamburg. Auch mein Plan, mit dem Regionalexpress von einem nahegelegenen Bahnhof zum Hauptbahnhof zu fahren, erweist sich als weniger clever als gedacht. Eine reparaturbedürftige Weiche sorgt für 30 Minuten Verspätung und damit für einen verpassten Zug sowie ein schmerzlich in den Sand gesetztes Sparpreis-Ticket.
Aus der Ferne bekomme ich mit, dass noch weitere organisatorische Herausforderungen entstehen. Ich bin mir jedoch sicher, dass sich trotz kleinerer Holperer alles fügen wird. Fingers crossed.
Am späten Vormittag sitze ich schließlich im Zug Richtung Norden. Wagen 1, Abteil 1 (Moritz und Joschi wissen, warum). Zeit, das Wochenende sacken zu lassen.
Auch wenn ich dieses Jahr weniger Vorträge und Sessions erleben konnte als geplant, bleibt das Gefühl eines besonderen Wochenendes. Ein Summit lebt nicht nur von seinem Programm, sondern von den Menschen, Begegnungen und Momenten dazwischen.
Es war schön, wieder dabei gewesen zu sein.