Jede Design-Entscheidung hat das Potenzial, Menschen bei der Nutzung eines Produkts zu unterstützen — oder sie davon auszuschließen. Inklusives Design richtet besonderes Augenmerk auf die Vielschichtigkeit der Zielgruppen und strebt nach Produkten, die von möglichst vielen Menschen (einfach) genutzt werden können. Dazu müssen die Fähigkeiten, Bedürfnisse und Wünsche von Zielgruppen jenseits des gesellschaftlichen Durchschnitts einbezogen werden.

Inklusives Design geht nicht davon aus, dass es jederzeit möglich (oder angemessen) ist, die Bedürfnisse aller Nutzenden gleichzeitig zu erfüllen. Zielsetzung ist vielmehr, ein Produkt genau so weit zu vereinfachen, dass die Grenze zwischen maximal breiter Zielgruppe und Speziallösung für besonders Bedürftige erreicht ist. Was in besonderen Situationen funktioniert, tut's auch für den Standardfall.

Animierte Grafik zur schematischen Gegenüberstellung von Exlusion, Integration und Inklusion
Mitten drin

Inklusive Produkte funktionieren für Menschen mit besonderen Bedürfnissen auch ohne aufwendige Sonderlösungen

Quelle: Joschi Kuphal / tollwerk GmbH, , CC BY-NC-SA 4.0

Design-Prinzipien

Inklusives Design beschreibt einen Prozess, an dessen Ende im Bestfall ein barrierefreies Produkt steht. Gerade für die Gestaltung von Webseiten bieten die Inclusive Design Principles eine gute Zusammenstellung wesentlicher Grundlagen inklusiven Designs (frei übersetzt aus dem Englischen):

  • Vergleichbares Nutzungserlebnis bieten: Es muss ein vergleichbares Nutzungserlebnis für alle Menschen sichergestellt werden, so dass Nutzende ihren Bedürfnissen entsprechend handeln können, ohne auf inhaltliche Qualität verzichten zu müssen.
  • Situation berücksichtigen: Produkte werden in unterschiedlichsten Situationen genutzt. Es muss sichergestellt sein, dass Nutzende unabhängig von den konkreten Umständen ein wertvolles Nutzungserlebnis haben.
  • Beständigkeit fördern: Gut bedienbare Produkte nutzen etablierte Designmuster. Die konsequente Anwendung auf Funktionalität, Verhalten, Inhalt und Präsentation fördert die Vertrautheit mit einem Produkt und verbessert das Nutzungsverständnis.
  • Kontrolle geben: Nutzende müssen in der Lage sein, mit einem Produkt auf ein Weise zu interagieren, die ihren persönlichen Präferenzen entspricht. Schriftgröße, Zoom oder Kontrast sind Beispiele, über die Nutzende die Kontrolle haben müssen. Inhalts- und Kontextänderungen müssen vom Nutzenden ausgelöst werden, kontrollierbar sein und dürfen nicht automatisch geschehen.
  • Auswahl anbieten: Aufgaben, insbesondere komplexere, sollten auf unterschiedlichen Wegen gelöst werden können. Annahmen zum bevorzugten Lösungsweg oder der konkreten Situation eines Nutzenden sind zu vermeiden.
  • Inhalte priorisieren: Inhalt und Präsentation müssen so gestaltet sein, dass sich Nutzende auf die Kernaufgaben, -funktionen und -informationen konzentrieren können. Nutzende sollten sich zu jedem Zeitpunkt mit nur einer Hauptaufgabe beschäftigen müssen und vom Produkt optimal dabei unterstützt werden.
  • Mehrwert stiften: Funktionen, durch die Inhalte effizienter oder vielfältiger erschlossen werden können, verbessern das Nutzungserlebnis. Sprachsteuerung, Geolokalisierung und Kameranutzung sind Beispiele für Merkmale, die spürbar Mehrwert für diverse Zielgruppen erzeugen können.

Inklusive Werbemittel

Auch bei der Gestaltung von Printprodukten und anderen Werbemitteln können inklusive Maßstäbe angelegt werden. Fragestellungen wie die folgenden helfen, Ergebnisse zu erzielen, die von mehr Menschen einfach verstanden und genutzt werden können.

  • Ist die hauptsächliche Information klar und verständlich wiedergegeben? Unterstützt die Gestaltung die Botschaft optimal? Wird deutlich, welche Reaktion beim Konsumierenden angeregt werden soll?
  • Stehen das Verständnis und die einfache Bedienung im Vordergrund, oder unterwirft sich ein Produkt anderen Maßgaben, zum Beispiel suboptimalen Formatvorgaben, Produktionsmethoden, einem zu knappen Budget oder unrealistischen Zeitvorgaben?
  • Ist die typografische Gestaltung auf Zielgruppen abgestimmt, die Schwierigkeiten mit der Auffassung schriftlicher Informationen haben? Fördern die eingesetzten Schriftarten, Schriftgrößen und der Satzspiegel die Verständlichkeit für Menschen mit permanenten, temporären oder situativen Einschränkungen?
  • Sind Farben, Kontraste, Materialien und Dimensionen so gewählt, dass keine Zielgruppen durch körperliche, sensorische oder kulturelle Besonderheiten in der Nutzung eingeschränkt sind?
  • Sind Inhalte angemessen einfach formuliert und gegebenenfalls durch alternative Darstellungen (zum Beispiel Bilder und Illustrationen) flankiert?

Unsere Leistungen

Bei der Konzeption und Entwicklung von Corporate Designs, Printprodukten und Werbemitteln bemühen wir uns, wo immer möglich die Prinzipien des inklusiven Designs zur Anwendung zu bringen. Anders als bei barrierefreien Websites und digitalen Produkten existieren für analoge Medien nur vergleichsweise wenige, objektiv begründete Regelwerke zur barrierefreien Gestaltung. Erfahrung in der Umsetzung und der kontinuierliche Austausch mit möglichst diversen Zielgruppen sind deshalb besonders wichtig.

Verständlichkeit, Leserlichkeit und Gebrauchstauglichkeit für möglichst viele Menschen stehen im Fokus unserer Anstrengungen. Nach dieser Maßgabe konzipieren, gestalten und produzieren wir

  • Logos, Illustrationen und Geschäftsausstattungen
  • Anzeigen, Plakate, Flyer, Broschüren und Kataloge
  • Schilder, Aufkleber und Beschriftungen
  • gestaltungsintensive, barrierefreie PDF- und Office-Dokumente
  • Werbemittel und Verpackungen

Wo unsere eigene Expertise nicht spezifisch genug ist, ermöglicht unser weitreichendes Netzwerk effiziente Kooperationen mit Spezialisten anderer Bereiche. So arbeiten wir etwa mit capito Nordbayern an Inhalten in leicht verständlicher Sprache oder der Lernwirkstatt Inklusion an Konzepten für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.

Wenn Sie gemeinsam mit uns daran arbeiten möchten, dass auch Ihre Botschaften verstanden werden, dann nehmen Sie jetzt den Kontakt zu uns auf.